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Aikido, was ist das?

Was ist Aikido?

Aikido

Das Aikido gilt, ebenso wie Judo, als moderner Nachfahre des Jiu-Jitsu. Schon Jürgen Seydel (Karateveteran, Bad Homburg v. d. H.) schrieb vor einiger Zeit: „Die Renaissance des aus Japan stammenden Jiu-Jitsu, richtiger Jujitsu, ist bereits ausgestorben, als man es in Europa einführte und durch eigenes Zutun geschmückt als moderne Selbstverteidigung propagierte."

In Japan erfolgte immerhin eine Weiterentwicklung dieser alten Samuraikunst unter dem Namen Aikido; ein Sport, der heute als ureigenste Schöpfung des verstorbenen Morihei Ueshiba gilt. Auch Ueshiba gab dem Aikido die Wesenszüge der Zen-Philosophie und sagte: „Gehorche den Naturgesetzen in allen Deinen Bewegungen und Du wirst gewinnen. Verachtest Du sie, dann wirst Du verlieren."

Es gilt, dem Gegner in allen seinen Bewegungen zu folgen. Das ist die leichteste Art, ihn zu Fall zu bringen. Um Aikido, die geistige Kriegskunst, zu verstehen, gibt es nur einen Weg, sie selbst zu praktizieren. „In der Praxis enden alle Abwehren in einem Hand-, Arm- oder Genickhebel, dem sich Uke (der Angreifer) durch eine Vorwärts- oder Rückwärtsrolle entziehen kann. Es wird dabei er- sichtlich, dass im Ernstfall der Hebel schneller zustande kommen kann, so dass ein Überschlag zu spät käme und ein des Aikido Unkundiger durch die überraschenden Bewegungen nicht imstande wäre, Widerstand zu leisten.

Aikido (gesprochen: a-i-ki-do) ist vom asiatischen Geist stärker durchdrungen als alle anderen "Kriegskünste" der Japaner. "Ki" bedeutet "Kraft" - in vielerlei Gestalt. Und Aikido heißt bei vorsichtiger Übersetzung: "Weg zur Gleichschaltung der Kraft." Das kann aber im übertragenen Sinne sehr viel mehr bedeuten als es zunächst den Anschein haben mag.

Aiki-Jitsu, die „Kunst der gebundenen Kraft" oder die „Kunst der Kraftbeherrschung" reicht zurück bis in die Kamakura- Periode (12. Jahrhundert) und wird Yoshimitsu aus der Sippe derer von Minamoto zugeschrieben. Chinesisches Gedankengut übertrug Yoshimitsu Minamoto in die Praxis altjapanischer Kriegskunst. Dem Aiki-Jitsu, das sich in einer der zahlreichen Zweigrichtungen des klassischen Jiu-Jitsu eingliedern lässt, liegt die Idee zu Grunde, entgegenstrebende Kräfte abgleiten zu lassen, durch Bindung an die eigene Kraft umzuformen und in die dem eigenen Willen untergeordnete Richtung zu leiten. Die Lehren der Aiki-Kunst, die später von Yoshimitsu Minamoto auf die Sippe derer von Takeda übergingen, weiter gepflegt und erhalten wurden, erlebten ähnlich wie andere klassische Kriegskünste nach langen Jahren der Vergessenheit um 1910 ihre Wiedergeburt.

Professor Morihei Ueshiba, ein tiefreligiöser Japaner, der im Verlaufe seines bewegten Lebens eine Reihe von Jahren einsam meditierend als Sennin (echter Anhänger des Taoismus) in den japanischen Bergen verbrachte hatte in seiner Jugend verschiedene altjapanische Kriegskünste studiert, darunter verschiedene Jiu-Jitsu- Formen wie Kito-Ryu, Yagyu-Ryu, Aioi-Ryu, Hozoin-Ryu und Daito-Ryu, auch das neuzeitliche Judo. Er war u. a. brillanter Meister im Säbelfechten bzw. Stockfechten (Ken-Jitsu bzw. Kendo), befand sich aber stets auf der Suche nach der Verkörperung seiner eigenen Ideen. Er begründete das moderne Aikido, wobei nunmehr "Ki" als die allumfassende universelle Kraft zu verstehen ist. Als die kosmische Kraft, die das Werden und Vergehen der Gestirne bewirkt, als die ursprüngliche, nie vergehende Kraft der Natur, die niemals vergeht, verkörpert in jeder materiellen und geistigen Existenz, in allen Elementen des Universums und natürlich auch in pflanzlicher, tierischer und menschlicher Existenz (Taoismus). Diese Vorstellung vereint sich im Aikido mit den Praktiken den Zen-Buddhismus, in der Meditation, in der Konzentration auf das Hara. "Hara" ist das körperliche und geistige Kraftzentrum (der Angelpunkt und Kontakt zur Gleichschaltung mit der unermesslichen Kraft der Natur), lokalisiert etwa im Schwerpunkt des Leibes, ein fixiertes Zentrum unterhalb des Bauchnabels. Die Konzentration auf das Hara befähigt den Aikido-Meister zu schwierigen, tänzerisch erscheinenden, vollkommen harmonischen körperlichen Bewegungen, die einer souveränen seelischen Ausgeglichenheit entspringen.

So betrachtet, ist Aikido eine geistige Übungsform mit Einfluss des Zen auf der Grundlage taoistischer Lebenseinstellung. Durch Konzentration auf das Hara schafft der Aikido- Meister eine Verbindung zum ewig fließenden Strom der erhabenen unerfassbaren Kraft, macht sich zum Organ dieser Kraft und ist befähigt, klassische Jiu-Jitsu-Formen wie Verhebelungen und Verdrehungen sowie dynamische Wurftechniken in höchster Vollendung zu zelebrieren. In westliche Sprache übertragen, ist das wohl nichts anderes als ein vollkommenes Training, das sich nicht nur auf die rein physisch-psychische Wechselwirkung, sondern weiterhin auch auf tiefe seelisch-menschliche Bereiche erstreckt.



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Frauen und Aikido

Aikido ist zweifellos die Selbstverteidigungsmethode, die von seinem Wesen her den natürlichen Anlagen der Frau am meisten entspricht und weibliche Anmut zur Entfaltung bringt. Damit soll keineswegs einem überholten Frauenbild das Wort geredet werden; Schönheit, Anmut und Emanzipation sind ja keine Gegensätze!

Es gibt vieles, was Frauen am Aikido faszinieren kann: Die Drehschritt-Bewegung verleiht dem Aikido tänzerische Eleganz und Leichtigkeit.

Nicht die körperliche Kraft entscheidet, da Aikido mit der Kraft des Angreifers arbeitet. Frauen und Männer sind im Aikido gleichberechtigte Partner.

Die Aikido-Bewegungen sind natürlich, körpergerecht und gesundheitsfördernd. Falscher Ehrgeiz kann nicht aufkommen, denn Aikido ist wettkampf-frei. Selbstverteidigung mit Aikido ist auf friedvolle Belehrung des Partners gerichtet, nicht auf Zerstörung.

Aikido ist ein Ganzkörpersport und strafft- daher die Muskulatur des ganzen Körpers - auch in Problemzonen. Wer es will, kann durchaus beim Aikido ein paar über- flüssige Pfunde verlieren. Weit wichtiger als die angeführten Punkte sind jedoch die seelisch-geistigen Grundlagen. Aikido folgt einem "Weg des harmonischen Geistes", und so ist es in seinem Sinn nicht nur wirksame Selbstverteidigungskunst, sondern auch ein Weg zur positiven Kommunikation mit Menschen.

Ein Gegner soll nicht vernichtet werden, sondern nur belehrt werden, seine aggressive Kraft so ablenken, dass er seine destruktive Haltung ändert. Aikido ist auf diese Weise auch imstande, den Charakter des Menschen zum Positiven zu beeinflussen.

Und noch ein weiterer Grund, Aikido zu erlernen, sei hier mit den Worten des Aikido-Gründers angeführt: "Nicht zuletzt möchte ich auch das pure Vergnügen nennen, die Freude, welche die Ausübenden als kleine Kinder schon - und noch als 80-jährige am Aikido haben!"
(T: R. Sell)


 


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beweglich - sicher - zufrieden - gesund



Aikido – erlernbar auch im fortgeschrittenen Alter?

"Ja, wenn ich Aikido vor zehn Jahren kennen gelernt hätte ... Aber jetzt bin ich zu alt dafür!"

So oder ähnlich denken viele, die nicht einmal den Zenit ihres Lebens überschritten haben. Aber diese Einstellung ist falsch! - jeder, der auf zwei halbwegs gesunden Beinen steht und keine schwerwiegenden Gebrechen oder organische Krankheiten hat, kann Aikido erlernen. Es gehört ein wenig Selbstvertrauen dazu. Wie weit der Weg den einzelnen führt, entscheiden Trainingsfleiß und Ehrgeiz.

André Nocquet, 8. Dan Aikido - Lehrer - , hat mit über 75 noch die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hingerissen, wenn er Aikido demonstrierte. Morihei Ueshiba, der Begründer des modernen Aikido, übte unseren Sport mit weit über 80 Jahren noch täglich aktiv aus. - Aikido hat sie jung gehalten! - Aber natürlich sollte man nicht erst im vorgeschrittenen Alter mit dem Training beginnen, sondern je eher desto besser.

Was kann Aikido für die Gesundheit tun?

Das Gleichgewicht

Zwei Dinge lernt man gleich am Anfang einer Aikido-Laufbahn: festen Stand und Aufgeben der aufrechten Haltung beim Rollen. Das erste ist auch für den älteren Menschen leicht einsichtig, entspricht es doch seiner Lebenseinstellung. Aber Aufgeben einer aufrechten Haltung - Rollen kopfüber, kopfunter? Hier gilt es, eine lebenslang ein gefahrene Gewohnheit zu überwinden. Unter behutsamer Anleitung eines Lehrers und mit etwas Geduld und Ausdauer lernt es schließlich jeder; und er stellt dann verwundert fest: Gleichgewicht muss ich nicht krampfhaft halten, sondern ich kann darüber verfügen, ja, ich kann sogar damit spielen! Und aus diesem Können erwächst ein Gleichgewicht, das ungleich höher einzuschätzen ist als körperliche Statik: Das innere Gleichgewicht! Man braucht nun keine Angst mehr zu haben vor einem plötzlichen Sturz oder einer rüden Rempelei, denn man ist ja in der Lage, gefährliche Folgen durch relativ sanftes Abrollen zu vermeiden. Das gibt Sicherheit.

Gesunde Bewegung:

Muskeln, die nicht benutzt werden, verkümmern; Gelenke, die man nicht täglich bewegt, "rosten ein", werden steif. Bewegung ist lebenswichtig! Aber die Bewegung muss harmonisch sein und der Physiologie des Körpers entsprechen. Aikido hat weiche und runde Übungsformen, die bei größtmöglicher Schonung von Muskeln und Gelenken ein Höchstmaß an harmonischer Bewegung bieten. Aikido ist eine Sportart für den ganzen Körper, bei der der Ausübende

Belastung, Tempo und Intensität selbst bestimmt. Dabei kommt es zu einer verstärkten Durchblutung aller Muskelgruppen. Die sanften Aikido-Rollen wirken stabilisierend auf den Kreislauf. Körperliche Fitness wird aufgebaut und bis ins hohe Alter erhalten. Das Reaktionsvermögen wird ebenso gefördert wie die Koordination unterschiedlicher Handlungsabläufe. Durch gezielte Atemgymnastik wird zudem wohltuend auf emotionale Bereiche Einfluss genommen.

Jung bleiben durch Kontakt mit jungen Menschen

Seniorengruppen sind in vielen Sportarten unerlässlich. Ein 30jähriger Fußballspieler kann gerade noch bei den „alten Herren" mitmischen. Anders beim Aikido! Hier gibt es keine Trennung zwischen jugendlichen „Leistungssportlern" und „ausgedienten Senioren". Dafür gibt es gute Gründe:Aikido ist kein Wettkampfsport, das bedeutet, jeder will nur sein eigenes Können vervollkommnen.Jeder trainiert mit jedem. So lernt der junge Mensch vom älteren Ruhe und Gelassenheit, der ältere Spontanität und Elan von der Jugend.Jeder achtet seinen Partner, denn er ist auf die Hilfe des anderen angewiesen.Niemand macht sich über Fehler seiner Trainigspartner lustig, denn jeder kennt die Schwierigkeiten des Anfängers, aber jeder hat auch auf seinem Weg selbst immer wieder Neues zu lernen.

In einer so aufgebauten Gemeinschaft erfährt der ältere Mensch Achtung. Dass man noch dazu wirksame Selbstverteidigungstechniken erlernt, gibt Sicherheit in vielen Alltagssituationen und steigert das Selbstvertrauen.

合 Ai nützlich vereinen

気 Ki Kräfte, Energien (körperliche, geistige, seelische)

道 Dô Methode, Weg

Eine Methode Kräfte, Energien nützlich anzuwenden.


 


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Aikido - was für mich?

Siege Rekorde Sensationen

Ist das wirklich letzter Sinn und Zweck sportlicher Betätigung? Die Überschriften im Sportteil der Zeitungen möchten es uns beinahe glauben lassen.

Aikido bietet keine Sensationen, man erringt keine Siege und bricht auch keine Rekorde. Diese zugleich reizvolle und ernsthafte Form sportlicher Betätigung will in der Stille betrieben und erlebt werden.

Aikido ist eine Selbstverteidigung, die den Gegner sanft und ohne ihm zu schaden außer Gefecht setzt und vorzüglich anwendbar ist, um tobende Angreifer zu beruhigen.

Aikido ist eine Bewegungsform, die den Ausübenden geschmeidig macht und ihm Freude bringt, die ihm hilft, Verkrampfungen seiner Muskulatur (und vielleicht auch seiner Psyche) zu lösen, die ihn elastisch und in Form hält.

Aikido ist auch für ältere Menschen geeignet; in Japan z. B. treiben heute viele ältere Judoka Aikido.

Aikido ist eine typisch asiatische Sportart, verbunden mit alter Kultur und Lebensanschauung.

Aikido ist vielleicht genau die Sportart, die Sie schon lange suchen. ein Sport, der den ganzen Körper trainiert, ihn aber nicht überfordert.

Aikido ist heute fast auf der ganzen Welt verbreitet, und auch in Deutschland findet diese neue Selbstverteidigung viel Interesse. War es bis 1948 nur eine verhältnismäßig kleine Anzahl der nach Millionen zählenden Judokämpfer, die Kenntnis vom Aikido hatten, so gewinnt diese Bewegung jetzt ständig neue Freunde.

In den außerjapanischen Ländern gibt es heute eine große Schar von begeisterten Aikido-Anhängern, die sich in Vorführungen und auf Einführungskursen - unterstützt durch Werbung in Schrift und Bild - in den Dienst der Sache stellen.

Aikido bedeutet Lebensweg in Koordination mit "Ki".

"Ki" heißt in seiner Grundbedeutung, atmen' oder, Lebens erhaltende Kraft' und bezeichnet eine besondere, dem Aikido eigene, Form von Kampfkraft.

(aus: Aikido Fibel von E. Hölzel - Verlag Weinmann, Berlin)



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Aikido für Schüler und Studenten

Gleicht Ausgleichssport aus?

Ein ausgeglichener Schüler lebt gesünder und zufriedener. Nach der Schulwoche freut man sich auf das Wochenende, hat man eine längere Zeit in der Schule verbracht, sehnt man sich auf die Ferien. Nach einer Phase geistiger Tätigkeit sollte der Mensch seinen Körper in seiner Leistungsfähigkeit fordern.

Diesen Bedürfnissen soll Ausgleichsport das geeignete und angemessene bieten. Aber - gibt es wirklich Ausgleichsport, Sport, der einen in der Waage hält?

Nimmt man sich und das Leben ernst, fordert die Schule den ganzen Menschen, wie bei einem Wettkampf: Anstrengung, Belastung, Stress.

Die Disziplinen des Schuldreikampfs sind:

Zuhören: Informationen und Wissen aufnehmen
Reden: Informationen und Wissen von sich geben
Schreiben: Aufgaben lösen, Tests bestehen

Ziel sind die ersten Plätze, die besten Noten.

Aber klappt das immer? Natürlich nicht! Der Ausgleich / die Kompensation soll nun der Sport bringen, der Ausgleichssport. Der Erfolg, der in der Schule nicht oder nicht ganz erreichter wurde, soll hier auf einem anderen Gebiet erlebt werden.

Aber hier heißt es wieder:

Einsatz - Anstrengung - Ziel erreichen

Und Ziele kann man verfehlen.
Eine Möglichkeit ist nun, sich eine wettkampffreie Atmosphäre zu schaffen, die den Körper und den Geist in Bewegung hält - Anspannung und Entspannung in gleichmäßigem Wechsel erleben lässt: A i k i d o

..Sport ohne Wettbewerbscharakter kann Kinder und Jugendliche vom Stress entlasten!"
(Dr. Pottamann, Kinderneurologe in einem Interview der aktuellen Stunde)

Das Trainingsschema des Aikido lässt die Partner im stetem Wechsel üben: Angriff der rechten Seite, Angriff der linken Seite - Wechsel der Rollen: der Angreifer wird zum Verteidiger, der Verteidiger zum Angreifer. Am Ende des Trainings hat der eine Partner ebenso viele Siege errungen, wie der andere. Geistige und körperliche Tätigkeit halten sich die Waage. Die Belastung regelt sich im Team: Schneller Angriff, schnelle Verteidigung lässt die Kondition nach, läuft alles etwas langsamer.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die rechte und linke Seite des Körpers immer im Wechsel eingesetzt, benutzt und gefordert werden. So ist der Linkshänder bei den Übungen mit rechts gefordert und der Rechtshänder bei den Übungen der linken Seite. Überkreuzbewegungen fördern zu dem wie man heute weiß die Zusammenarbeit und Koordination von linker und rechter Gehirnhälfte.


 


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Paulo Coelho schrieb

Er ist einer der meist gelesenen Autoren der Welt. Seine Bücher wurden in 55 Sprachen übersetzt und in 150 Länder verkauft –Allen voran sein Welterfolg „ Der Alchimist“. In tv Hören und Sehen schrieb der brasilianische Kult-Autor Paulo Coelho jeden Monat exklusiv eine Kolumne.

Die Kunst den Alltag zu meistern

Aikido ist die einzige Kampfsportart, die ich selbst praktiziert habe, und ich halte sie für eine der interessantesten. Begründet wurde sie von dem Japaner Morihei Ueshiba (1883-1969). Von ihm stammen auch einige wichtige Gedanken zu den Kämpfen, die wir im Alltag durchzufechten haben, die ich hier mit eigenen Worten wiedergeben möchte:

Wer im Leben ein Ziel hat, wird gegen gegnerische Kräfte kämpfen müssen; um diese Kräfte unschädlich zu machen, muss man lernen, sie für sich arbeiten zu lassen.

Ein wahrer Krieger opfert niemals seine Freunde, um den Gegner zu besiegen. Und er muss lernen, die Probleme zu erkennen und zu lösen, bevor sie zu Tage treten.

Die beste Art, sich seinem Gegner zu stellen, liegt darin, ihn von der Nutzlosigkeit seines Tuns zu überzeugen. Der Krieger macht deutlich, dass sein Ziel nicht darin liegt, etwas zu zerstören, sondern darin, sein eigenes Leben aufzubauen. Wer auf dem Weg zu seinem Traum ist, sucht vor allem Harmonie und Verständnis und scheut sich nicht, zu erklären, was er will, bis er angehört und verstanden wird.

Wir sollten nicht ständig auf die Probleme starren, die sich uns in den Weg stellen: sonst werden wir am Ende von ihnen hypnotisiert und handlungsunfähig gemacht. Wir sollten uns aber auch nicht auf unsere eigenen Vorzüge konzentrieren, denn diese sind dazu da, genutzt und nicht vorgezeigt zu werden. Die Kraft eines Menschen liegt nicht in seinem Mut anzugreifen, sondern in seiner Fähigkeit, Angriffen zu widerstehen. Daher sollten wir uns durch Meditation und Exerzitien vorbereiten und uns der eigenen Absicht immer bewusst sein, um standzuhalten und den Weg fortzusetzen, auch wenn alles um uns herum sich verschworen zu haben scheint, uns vom Ziel abzubringen. Dem Sieg geht die Niederlage voraus. Der Schlüssel zum Sieg liegt darin, verlieren zu können und trotzdem nicht aufzugeben.

In extremen Situationen, vor allem, wenn wir dem Ziel ganz nahe sind, wird das Universum unsere Absichten auf die Probe stellen und uns ein Höchstmaß an Energie abverlangen. Kurz bevor der Traum Wirklichkeit wird, sollten wir uns auf große Prüfungen gefasst machen.

Wir sollten unser Leben nicht negativ sehen und bereit sein, alles zu akzeptieren, was die Götter uns gegeben; jeder Tag birgt Freude und Zorn, Schmerz und Lust, Dunkelheit und Licht, Wachsen und Vergehen. Alles dies ist Teil des natürlichen Zyklus – und daher sollten wir nicht gegen die kosmische Ordnung aufbegehren oder kämpfen. Nehmen wir sie an -
und auch wir werden von ihr angenommen werden!

Ist unser Herz groß genug, wird es im Stande sein, alle diejenigen darin aufzunehmen, die sich unserem Schicksal entgegenstellen: und haben wir sie erst einmal in Liebe aufgenommen, werden wir fähig sein, die negative Kraft unserer Gegner unschädlich zu machen.

Wenn wir bemerken, dass sich der Gegner nähert, sollten wir zu ihm hintreten und ihn höflich anreden. Lässt er von seiner aggressiven Haltung nicht ab, sollten wir nur in einen Kampf einwilligen, wenn er uns etwas einbringt. In diesem Fall sollten wir die Kraft des Gegners nutzen und die eigene Energie nicht vergeuden.

Wir sollten immer wissen, in welchem Augenblick wir welche der vier Eigenschaften nutzen müssen, die uns die Natur lehrt: hart sein wie ein Diamant oder biegsam wie eine Feder oder großzügig wie das Wasser oder leer wie die Luft. Rührt unser Problem vom Feuer her, bringt es nichts, es mit noch mehr Feuer zu bekämpfen, weil dies den Brand nur anfachen wird. In diesem Fall hilft nur Wasser. Das Problem wird uns niemals sagen, wie es zu bekämpfen ist - die Lösung können nur wir selbst finden.



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